Existenzangst - kontra Vertrauen

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"Blickt auf die Vögel des Himmels. Sie säen nicht und ernten nicht und heimsen nicht in Speicher- und doch: Euer himmlicher Vater nährt sie"

Bibel, Mathäus 6.26


Mein Kommentar dazu:
Wir leben in einer Zeit, wo Geld zu einem großen Hauptthema unseres Lebens geworden ist. Das ist an sich nicht gut oder schlecht. Geld ist an sich nicht gut oder schlecht. Die Gefühle, die wir mit dem Besitz oder Nichtbesitz von Geld haben, können aber gut oder schlecht sein und uns ganz schön zu schaffen machen..
Ich spreche aus Erfahrung. Die Erfahrung kann ich Euch weitergeben. Ich hatte immer satt Geld in meinem Leben, habe aber wie die meisten, die immer Geld haben, auch Jahr ein Jahr aus dafür gearbeitet, drei Jahrzehnte. Die letzten Jahre ging ich immer lustloser zur Arbeit, sah alles nur noch als Pflicht und als "Muss" zum Erhalt meines Lebensstandarts an. Dann entstand in mir immer mehr der Wunsch, noch etwas Sinnvolles im Leben zu machen, etwas, was Freude macht und Sinn gibt. Eines Tages stand mein Entschluss fest: ich höre hier auf.
Ich sparte ein paar Monate, um die Dreimonatssperre des Arbeitsamtes zu überbrücken und war plötzlich arbeitslos. Meine Mitmenschen bewerteten, je nach eigener Betroffenheit, meine Tat als irre, verantwortungslos oder mutig. Meine Gefühle fuhren danach Achterbahn mit mir und variierten vom tiefsten Kellergefühl bis zu  Himmelsleitergefühlen. Ich hatte nur vage Ideen  oder vielmehr tausend Ideen und nichts Richtiges. Meine ersten Versuche mit der Selbständigkeit gingen dann auch ziemlich daneben, jedenfalls wollte keiner das, was ich zu bieten hatte oder ich habe nicht die richtigen Leute gefunden, die das suchten und ich war mir nicht sicher.  Erst  sah ich das alles noch sehr abenteuerlustig  aber die Zeit verging sehr schnell und ich bekam nur noch dreihundert Euro vom Arbeitsamt und dann absolut nichts mehr.  Von allen Seiten wurde ich  entweder für meinen "Fehler" oder meine "Dummheit", so einen sicheren Job zu kündigen, verurteilt und langsam glaubte ich selbst, dass das ein Fehler war. Der Fehler war, dass ich glaubte, einen Fehler begangen zu haben. Mich hatte nun die Existenzangst total im Griff. HarzVier stand in leuchtenden Buchstaben über meinem Kopf als Horrorwolke. Jeden Morgen, wenn ich aufwachte, dachte ich zuerst, wo kann ich Geld herbekommen. So fühlte ich mich dann auch. Mit allem, was ich begann, verlor ich Geld, weil ich Angst davor hatte, mein Geld zu verlieren. Mein Auto musste teuer repariert werden, in meiner Laube regnete es ein. Eins kam zum anderen. Es musste was geschehen. All die Affirmationen, die ich mir ständig einredete "Ich bin reich, ich bin wohlhabend", nach Art des Autogenen Trainings und nach "the secret" Art, halfen überhaupt nichts. Alles wurde nur noch schlimmer.
Wie aber kommt man aus so einem Sog wieder heraus? All die Gedanken um das Geldverdienen, MLM Geschäfte, Internetgeschäfte u.s.w., machten meinen Kopf nur noch wirrer und brachten nichts außer Kontoschwund.
Ich besann mich darauf, was ich eigentlich wollte. Ich wollte anderen helfen und heilen. Das war die Wende in meinem Kopf. Ich begriff, dass ich mich und meine Angstgedanken erst selbst heilen musste. Diese Angst war schon immer da und deshalb habe ich in meinem Leben mich sehr darum bemüht, immer auf der "sicheren Seite" zu leben. Nun war das alles weg.
Da es kaum schlimmer kommen konnte, beschloss ich, dem Leben einfach wieder zu vertrauen, zu glauben, dass immer für mich gesorgt ist. Ich betete, meditierte, las spirituelle Bücher und konzentrierte mich auf das, was ich vorhatte. Ich wurde immer ruhiger und vertraute einfach. Allmählich wendete sich das Blatt. Geld flatterte auf mein Konto von Seiten, die ich nie vermutet hätte. Ich bekam eine unerwartete Rückzahlung, Menschen wollten was von mir, schenkten mir ihr Verrauen und waren friedvoller, selbstbewusster, glücklicher, wenn sie mich verließen. Ich merkte immer mehr, dass ich auf dem richtigen Weg war.
Wenn dann doch mal wieder die Angst hochkam, sagte ich: "Ich liebe Dich Angst, so wie alles andere an mir. Ich weiß, liebes Ego, Du meinst es gut mit mir aber der oder die da oben weiß es besser. Mach Dir keine Sorgen. Ich schaffe das."
So bröckelte Stück für Stück das Gespenst namens Existenzangst. Ich habe es sogar mal gemalt und mir vorgestellt, was das wohl für ein Ding ist, das mich da so im Griff hat und mich dann von ihm verabschiedet..

Heute bin ich über diese Phase meines Lebens sehr dankbar und weiß, dass ich da durch musste. Mein Selbstvertrauen basiert nicht mehr auf Äußerlichkeiten, auf Anerkennung, Kontostand und den üblichen Dingen, es basiert auf dem Vertrauen darauf, dass ich geführt werde, dass ich das Richtige zur richtigen Zeit tue, dass für mich gesorgt ist, wenn ich in Harmonie mit mir selbst und dem Kosmos, mit Gott lebe. Es geschehen Dinge, die ich nicht für möglich gehalten hätte. Nachdem ich nicht mehr krampfhaft suche, finde ich überall was. Das Leben ist schön und friedvoll gworden. Die Liebe zu allem hat (fast) die Angst besiegt.

Deshalb noch ein Gedanke für Euch, lasst Euch niemals Existenzangst einjagen, durch wen auch immer. Schon dieses Wort ist eine Kunstschöpfung. Wir sollen Angst um unsere Existenz haben.Wir werden ja nicht umgebracht oder vernichtet. Oder sollen wir Angst vor dem Existieren haben? Was soll das? Wir haben vor dem Verlust der Freiheit durch Gängelung Angst.  Wir denken, wer Geld hat, ist frei. Deshalb macht es uns Angst, kein Geld zu haben und auf alles verzichten zu müssen, was man so als normalen Lebensstandart benötigt. Deshalb sind wir bereit, fast alls fürs Geld zu machen, Überstunden, niedrige Bezahlung, unmenschliche Chefs, Umzüge, lange Fahrzeiten und und und......Ist das das Leben? Wofür lebst Du?  Was willst Du am Ende  Deines Lebens sagen? ich war der erfolgreichste Typ bei Firma soundso? Was von uns wirklich auch nach Jahrzehnten noch bleibt, ist die Liebe, die wir anderen gegeben haben, die liebevolle Erinnerung an uns, der Rest ist längst Sperrmüll oder Schrott. Und das Motto: ich lebe nur jetzt, deshalb musss ich das Leben in vollen Zügen genießen, taugt auch nicht viel. Wir sehen täglich, was dabei herauskommt, wenn sich keiner für das, was er jetzt tut verantwortlich  fühlt, weil nach ihm die Sintflut kommt. Und der Nachteil dieser Denkweise ist auch, dass ständig die Angst vor dem Tod und die Angst vor Krankheit oder Gebrechen uns begleitet, mit der man ja bekanntlich Supergeschäfte machen kann.
Fazit: Die Angst wird immer durch die Liebe besiegt.

Gebete, die helfen:

Das Hohe Lied der Liebe

Der Herr ist mein Hirte......... für alle, die Trost brauchen

Gedanken:

Wohlstand

Merkwürdige Mischung


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vivi 08/28/2008 16:56

Das ist ein wunderschöner Text .....Danke!

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